Blickwechsel: Drei Fragen an Iva Pekárková aus Leipzig

Das historische Karussell auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: Iva Pekárková

Der "Blickwechsel" zwischen Leipzig und Brünn steht im Mittelpunkt des Residenzautorenaustauschs. Daher erzählt in unserer gleichnamigen Reihe jeden Monat eine andere Autorin / ein anderer Autor, wie sie / er die jeweilige Stadt und ihre Menschen erlebt und welche Inspiration dies für die eigene Arbeit bedeuten kann.

Im Dezember laden wir ein zum "Blickwechsel" mit Iva Pekárková aus Leipzig und bitten sie, uns zu erzählen:

Wenn ich durch Leipzig gehe, dann sehe ich ...

… die Weihnachtsdekorationen, Weihnachtsmärkte und die Weihnachtsatmosphäre um mich herum. Bisher habe ich nur nette Menschen getroffen, die mich alle freundlich angelächelt haben. Das finde ich ermutigend.

Wenn ich die Menschen der Stadt beobachte, wüsste ich von ihnen gern ...

Ich habe das Glück – wie die anderen Autoren in diesem Projekt – in der Reichstraße zu wohnen, mitten im Stadtzentrum. Aus dem Fenster kann ich den Trubel auf den Weihnachtsmärkten beobachten. Ich sehe sogar die wunderschöne, geschmückte historische Weihnachtspyramide (leider nur eine Imitation, das Original ist vor einigen Jahren verbrannt). Es scheint mir, dass die Menschen, die ich aus dem Fenster sehe, viel glücklicher wirken als die Menschen, die ich sonst um mich herum sehe. Und das tut meiner Seele gut.

Für meine eigene Arbeit beflügelt mich ...

Leipzig ist eine enorm inspirierende Stadt mit einer bemerkenswerten Geschichte. Ich wundere mich, dass sich ihr historischer Ruhm erst in den letzten Jahren erneut rumspricht. An Leipzig hat mich immer das gut aufeinander abgestimmte Nebeneinander von Alt und Neu fasziniert: Studentenclubs in den unterirdischen Katakomben, Kulturzentrum in einer alten Fabrik, moderne Weihnachtsmärkte an der uralten Nikolaikirche, moderne Kneipen und Bars im Laubengang. Mir gefallen zudem die vielen Passagen und Durchgänge: Auch darin, wie oft Innenhöfe für die Öffentlichkeit zugänglich sind, sehe ich etwas Offenes und Freundliches. Der Roman, an dem ich zurzeit arbeite, spielt am Anfang der 80er-Jahre in der Tschechoslowakei, und daher ist für mich jeder Einblick in die jüngste Vergangenheit sehr inspirierend. Solche Einblicke gewährt mir Leipzig mit vollen Händen. Auch der Plattenbau, in dem ich – wie die anderen Autoren – wohne, und welcher, wie ich erfuhr, in den 70er-Jahren gebaut wurde, ist in dieser Hinsicht sehr inspirierend.

Die historische Weihnachtspyramide auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Foto: Iva Pekárková

 

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