Die Geschichte des Lichts

Neuerscheinung:

  • "Die Geschichte des Lichts", Osburg Verlag, 2019, übers. v. Martin Mutschler, gefördert vom Kultusministerium der Tschechischen Republik und Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds

Wer war František Drtikol? Ein Dandy aus einem Bergmannsstädtchen, ein weltbekannter Fotograf, der mit seinem Gewerbe bankrott ging, ein Meister der Aktbilder, der bei den Frauen kein Glück hatte, ein Mystiker und Buddhist, der an den Kommunismus glaubte. Er war ein Mann vieler Widersprüche und ein Mann ihrer inneren Synthese.

Jan Němec legt ein umfassendes, schöpferisches Romanfresko vor, das aus der zeitgenössischen tschechischen Literatur herausragt. Sein künstlerischer Bildungsroman beginnt im böhmischen Příbram, wo die Hauptfigur in eine einfache Familie geboren wird und das Bergmannsmilieu hautnah kennenlernt. Zwischen dem tiefen Stollen der Silberminen im nahen Birkenberg und dem hoch oben gelegenen Wallfahrtsort des Heiligen Bergs zeichnen sich Licht und Dunkelheit seiner späteren Profession ab. Der Roman folgt dem aufgeweckten, aber zunächst unscheinbaren Jungen, der eher zufällig zur Fotografie kommt und als Student München zur Sezessionszeit erlebt, das bunte Treiben der Schwabinger Boheme am Beginn des 20. Jahrhunderts. Zurück in Böhmen macht er sich allmählich als Fotograf einen Namen, und bald gehen in seinem Prager Atelier nicht nur Politiker und Literaten ein und aus, sondern auch jene Frauen, die Drtikols Aktmodelle werden.

Jan Němec erhielt für diesen Romanden Literaturpreis der Europäischen Union.

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